Foto: Joerg Kilian
....................................

Autor
Joerg Kilian,
Geschäftsführer
und Gründer
kilde communications
mehr...


Veröffentlichung
6. November 2001

 


Software Usability Research Lab | Sommer 2001

Übersetzungen und gekürzte Zusammenfassungen von Usability Studien des SURL an der Wichita State University.

Das Software Usability Research Laboratory (SURL) ist eine Serviceabteilung des Human-Computer Interaction (HCI) Laboratory der Wichita State University, die im Auftrag von Unternehmen Software-Usability-Analysen und -Forschung betreibt.

Der aktuelle Forschungsschwerpunkt liegt auf der Usability von Websites, Informationsbeschaffung im Web, Website Design und Menüauswahl-Techniken.

Im Folgenden eine Auswahl von Studienberichten, die im Sommer 2001 auf der Website von SURL vorgestellt wurden. Weitere Studien werden wir im Laufe der nächsten Wochen übersetzen.

 


...........................................
SURL Usability Studien
Themen im Sommer 2001:

 Ein Vergleich populärer Online-Fonts

 Was ist das beste Layout für mehrspaltige Webseiten?

 Wo sollten die Links auf einer Seite stehen?



 Studien
zur Übersichtsseite...
     
 




....................................

Getestete Schriften
Grotesque
- Agency FB
- Arial
- Comic Sans MS
- Tahoma
- Verdana  
Antiqua
- Courier New
- Georgia
- Goudy Old Style
- Century Schoolbook
- Times New Roman
Ornamental
- Bradley Hand ITC
- Monotype Corsiva

....................................
Diese Übersetzung ist
eine stark gekürzte Zusammenfassung. Das Original ist von Michael Bernard, Melissa Mills, Michelle Peterson & Kelsey Storrer
Die ganze Studie:
 A Comparison of Popular Online Fonts
Assozierte Studien:
 Which Fonts Do Children Prefer to Read Online?
 Determining the Best Online Font for Older Adults


 


Ein Vergleich populärer Online-Fonts

Im Web werden am häufigsten Schriften der Größe 12 Punkt (size=3) eingesetzt. Mit diesem Hintergrund wurden die populärsten Online-Fonts in 12 Punkt im Bezug auf Lesegeschwindigkeit und Lesbarkeit in einem Labortest miteinander verglichen.

Zusätzlich wurden subjektive Reaktionen auf die ästhetischen Qualitäten unterschiedlicher Schrifttypen untersucht. In dem Sinne, dass Schriften kontextabhängig wirken und die Stimmung und Tonalität einer Website beeinflussen.


Ergebnisse:

Als Fonts mit der besten Lesbarkeit wurden Courier, Comic, Verdana, Georgia, und Times empfunden. Jedoch konnten insgesamt keine signifikanten Unterschiede in Puncto Lesbarkeit festgestellt werden.

Die Schriften Courier und Times wurden eindeutig als Business-Fonts eingestuft, während Comic als junge und spaßbetonte Schrift gesehen wird.

Die ornamentalen Schriften wurden – obwohl weniger performant – als elegant und originell empfunden. In der Gesamtbewertung schnitten Arial, Verdana, und Comic am besten ab.

 




...........................................
Methoden und Procedere
...........................................
Windows PC mit
60 Hz, 96dpi 17" Monitor
2024 x 768 Pixel
...........................................
22 Teilnehmer (7m/15w)
20 bis 44 Jahre alt
...........................................
Schriften schwarz auf weiß.
Variable Zeilenlängen bei 640 Pixel Fenstergröße
Testtext: 12 Passagen mit je ca. 1032 Worten.
Leseabstand ca. 57 cm
...........................................
Text so akkurat – jedoch gleichzeitig so schnell wie möglich lesen. Zur Über-
prüfung der Lesequalität wurden "Stolperbegriffe" in den Text eingebaut, die laut identifiziert werden mussten. Quotient aus Lesezeit und Anzahl erkan-
nter "Stolperbegriffe".
Nach dem Lesen einer Passage wurden Fragen zu ästhetischen Qualitäten der jeweiligen Schrift gestellt.

     
 




....................................

Getestete Layouts

"Flüssiges" Layout
Die dynamische Breite hat den Vorteil den Inhalt über den gesamten Bildschirm zu verteilen: Weniger vertikales Scrollen, lange Zeilenlängen.
Beispiel: amazon.com

Breitenfixiertes und zentiertes Layout
Oft für 640 Pixel breite Fenster eingestellt. Hat ästhetische Vorzüge und passt sich kleinen Bildschirmen gut an.
Beispiel: apple.com

Breitenfixiertes und linksbündiges Layout
Oft für bis zu 760 Pixel breite Fenster optimiert. Hat ästhetische Vorzüge und passt sich mittleren Bildschirmen gut an.
Beispiel: kilde.com


....................................
Gestalterisch interessant sind sicherlich auch Mischformen. Zum Beispiel ein teilweise fixiertes, teilweise "flüssiges" linksbündiges Layout. (Anm. d. Übers.)


....................................
Diese Übersetzung ist
eine stark gekürzte Zusammenfassung. Das Original ist von Michael Bernard & Laurie Larsen
Die ganze Studie:
 What is the Best Layout for Multiple-Column Web Pages?


 


Was ist das beste Layout für mehrspaltige Webseiten?

Im Web werden unterschiedliche mehrspaltige Layoutvarianten eingesetzt. Dabei haben sich drei Grundrichtungen herausgebildet: erstens das sogenannte "flüssige" Layout, wo sich der Inhalt der Größe des Browser-Fensters dynamisch anpasst, zweitens das breitenfixierte, zentrierte Layout bei dem sich der Inhalt bei fester Breite immer in der Mitte des Fensters befindet und drittens das breitenfixierte, linksbündige Layout was Sie z.B. auf dieser Seite vor sich haben.

Da die Layouts – abhängig von der gewählten Bildschirmgröße unterschiedliche Stärken und Schwächen haben, wurde der Test auf die Frage konzentriert: Welche Layoutmethode ist für die Präsentation von mehrspaltigen (hier dreispaltigen) Inhalten für große und kleine Bildschirmgrößen geeignet? Diese Studie untersucht für kleine und große Bildschirme empirisch die objektive und subjektive Leistung der Testpersonen am Beispiel einer typischen mehrspaltigen Website: der New York Times .* Die Website der New York Times wurde inzwischen als breitenfixiertes, linksbündiges Layout üerarbeitet. (Anm. d. Übers.)

Ergebnisse:

In Bezug auf Suchgenauigkeit, -dauer und -effizienz konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Layouts gefunden werden. Jedoch wurde das "flüssige" Layout subjektiv bevorzugt. Die Testpersonen meinten es sei besser les- und scanbar und wegen seiner automatischen Bildschirmanpassung vorzuziehen. Auch wurde diese Layoutvariante als professioneller empfunden, im Gegensatz zur linksbündigen Variante die jeweils am schlechtesten abschnitt.

Die Ergebnisse legen den Schluß nahe, dass "flüssige" Layouts den "fixen" mehrspaltigen Layouts in jedem Falle überlegen sind. Dies müsste durch weitere Test in anderen Bildschirmauflösungen und Layoutvarianten untermauert werden. Denn oft wird der Vorzug beim "flüssigen" Layout weniger vertikal scrollen zu müssen, durch die schlechte Lesbarkeit langer Zeilen ausgeglichen.*

* Zu berücksichtigen ist, dass bei extrem großen Bildschirmen (größer als 1025 Pixel Breite) die Zeilenlänge der Texte bei "flüssigen" Layouts jenseits der Lesbarkeitsgrenze liegen kann (mehr als 60 Zeichen pro Zeile). (Anm. d. Übers.)


 




...........................................
Methoden und Procedere
...........................................
Windows PC mit
60 Hz, 96dpi 17" Monitor
2024 x 768 Pixel
Tracking mit
Ergobrowser™ Software
...........................................
20 Teilnehmer (7m/13w)
17 bis 47 Jahre alt

...........................................
Die drei Layoutvarianten wurden mit je kleinem und großem Bildschirmfenster
an den Probanden getestet.

Die Aufgabe bestand darin innerhalb von 5 Min. eine bestimmte Information auf der Website zu finden.

Bewertet wurden:
die Zeit, die zur Lösung der Aufgabe benötigt wurde
die Anzahl der Scroll-Bewegungen
die Anzahl der Clicks auf den "Back"-Button.

...........................................
Danach wurden per Frage-
bogen ästetische Quali-täten der Layouts beurteilt.
Ermittelte Parameter für die subjektive Beurteilung der Layoutvarianten:

 Lesefreundlichkeit des Layouts
 Informationssuche wird erleichtert
 Abstände sind der Bildschirmgröße angemessen
 Professionelles Aussehen des Layouts

     
 




....................................

Testdokumente

Ein Artikel des Scientific American wurde in vier verschiedenen Linkvarianten aufbereitet:

Eingebettet
Die Links wurden direkt in den Haupttext "eingebettet"

Fußverweise
Die Links wurden am Ende des Haupttextes links-
bündig in Listenform angebracht.

Kopfverweise
Die Links wurden oben in der linken Marginalspalte des Haupttextes links-
bündig in Listenform angebracht.

Korrespondierend
Die Links wurden in der linken Marginalspalte entlang des Haupttextes linksbündig – in gleicher Höhe der Textreferenz – angebracht.

Insgesamt wurden 12 Links auf jede Seite gesetzt.

....................................
Diese Übersetzung ist
eine stark gekürzte Zusammenfassung. Das Original ist von Michael Bernard, Spring Hull & Denise Drake
Die ganze Studie:
 Where Should You Put the Links? A Comparison of Four Locations?


 


Wo sollten die Links auf einer Seite stehen?

Online-Zeitungen und -Journale sowie textlastige Informationsangebote im Internet werden immer wieder vor die Überlegung gestellt, in welcher Form Links, die auf weiterführende Inhalte verweisen, angebracht werden. Heute verwenden viele Sites assoziative Links expizit – d.h. über, neben oder unterhalb des Haupttextes. In den Haupttext "eingebettete", implizite Links werden immer seltener eingesetzt.

Explizite Links haben den Vorteil, dass der Leser sich voll auf den Haupttext konzentrieren kann und nicht durch Verweise abgelenkt wird. Er kann sich wahlweise auf den Haupttext oder die weiterführenden Verweise konzentrieren und so Informationen schneller erfassen. Implizite Links wiederum haben den Vorteil, dass Verweise direkt aus dem Kontext heraus erfolgen können und damit inhaltlich eine stärkere assoziative Bindung erzeugen.


Ergebnisse:

In Bezug auf Suchgenauigkeit, -dauer und -effizienz konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Linkvarianten gefunden werden. Dies indiziert, dass offensichtlich die Platzierung der Links innerhalb eines fensters keinen Einfluss auf die Navigierbarkeit haben.

Jedoch wurden "eingebettete" Links subjektiv bevorzugt. Die Testpersonen meinten, sie seien besser navigierbar, schneller als Links zu erkennen und würden das Erfassen und Verstehen der Inhalte unterstützen. "Eingebettete" Links wurden generell bevorzugt, während hingegen Links in Form von Fußverweisen als schwächste Lösung empfunden wurden.

Obwohl keine signifikanten objektiven Unterschiede zwischen den vier Varianten nachgewiesen werden konnten, sollten aufgrund der subjektiven und generellen Bevorzugung in Dokumenttypen – ähnlich dem getesteten – "eingebettete" Links verwendet werden.


 




...........................................
Methoden und Procedere
...........................................
Windows PC mit
60 Hz, 96dpi 17" Monitor
2024 x 768 Pixel
Tracking mit
Ergobrowser™ Software
...........................................
20 Teilnehmer
18 bis 49 Jahre alt
...........................................
Vier Linkvarianten wurden an den Probanden getestet.
Die Aufgabe bestand darin 10 Fragen zum Content zu beantworten. Für jede Frage standen 5 Min. Zeit zur Verfügung. 40% der Antworten waren im Haupt-
text selbst zu finden, wäh-
rend die anderen Antworten in den Verweisdokumenten zu finden waren.

Bewertet wurden:
die Zeit, die zur Lösung der Aufgabe benötigt wurde
die Anzahl der Scroll-Bewegungen
die Anzahl der Clicks auf den "Back"-Button.
...........................................
Danach wurden per
Fragebogen ästetische
Qualitäten beurteilt:
 Navigierbarkeit des Layouts
 Erkennen von Schlüsselinformationen
 Linkanordnung hilft dem Verständnis
 Fähigkeit der Idee des Haupttextes folgen zu können.

  Newsletter zu Themen  
 
 
auch lesenswert: SURL Usability Studien | Themen des Sommers 2002
Optimale Zeilenlänge – Textformate – Sitemaps – Shopping bei Staples & Co.
 
 Studien
zur Übersichtsseite...